Sand hören, Erdöl reibungslos fördern

BP macht per Software Sandbewegungen in Erdölfeldern hörbar

© BP

Das Projekt

Sand klingt in den Ohren der Ölindustrie wie Katzenmusik. In Erdölquellen, wo der Untergrund aus recht losem Gestein besteht, dringt regelmäßig Sand ein und beschädigt die Förderanlagen. Das Energieunternehmen BP hat eine Lösung gegen rieselnden Sand gefunden.

Das Prinzip

Das neu entwickelte Programm funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie die Musik-App Shazam. Während Shazam auf Basis bestimmter Tonfolgen ganze Lieder erkennt, entdeckt das BP-Programm aufgrund von erlernten Tonmustern das Rieseln von Sand. Nur fünf Sekunden nachdem erster Sand ins Ölfeld eingerieselt ist, bekommt ein Ingenieur den Hinweis angezeigt. Entsprechende Stabilisierungen des Untergrundes können also in Echtzeit erfolgen.

Fast vier Jahre dauerte die Entwicklung und Testphase des Programms. Viel Zeit kostete es, das Programm auf spezifische Sandgeräusche zu trainieren. Schließlich soll das Programm nur auf Sandrauschen reagieren und nicht auf fließendes Öl.

Den Sound von Sand hörbar machen spezielle Datenkabel von etwa 10.000 Metern Länge, die von BP im Ölfeld verlegt wurden. An so einem Kabel befinden sich bestimmte Messpunkte. Jeder einzelne Messpunkt registriert bis zu 100 Millionen Datenpunkte. Insgesamt gelangen somit etwa drei Terabyte Daten pro Stunde in das BP-Rechenzentrum. Die zu verarbeitende Datenmenge entspricht 1.000 Netflix-Filmen pro Stunde.

Der Projektstatus

Aktuell verwendet BP das neue Programm beispielsweise bei der Ölförderung in Aserbaidschan.

 

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2018-07-26T16:03:16+00:00

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