Der Kühlschrank, der mit Wärme kühlt

Startup Coolar will den Markt für Kühlschränke revolutionieren: mit Geräten ohne Strom

© FASE – Finanzierungsagentur für Social Entrepreneurship

Das Projekt

Kühlschränke verbrauchen massiv Energie: Weil die Geräte ständig laufen, schlucken sie zwischen zehn und 20 Prozent des Haushaltstroms. Fehlt Elektrizität wie in abgelegenen Regionen Afrikas oder Südamerikas, kann oft gar nicht gekühlt werden. Für die Gesundheitsversorgung ist das ein Problem, denn viele Medikamente wie Impfstoffe gegen Gelbfieber dürfen nicht warm werden. Daher entwickelt das Berliner Startup Coolar Kühlgeräte, die ohne Strom laufen.

Das Prinzip

Die Funktion gleicht der Temperaturregelung des Menschen: Ist es heiß, schwitzen wir. Verdunstet der Schweiß, entzieht er der Umgebung Wärme, der Körper kühlt ab. Coolar-Geräte arbeiten mit dieser Verdunstungskälte. Dafür wird Wasser in einem Unterdruck-System per Solarenergie verdampft, der Umgebung so Wärme entzogen und in Kälte gewandelt. Ein Gel aus Kieselkügelchen unterstützt den Effekt. Es nimmt Wasserdampf auf, trocknet und holt zusätzlich Wärme aus dem Umfeld.

Der Effekt

Der Kühlschrank spart laut Coolar im Vergleich zu normalen Geräten 60 Prozent CO2-Emissionen und 75 Prozent der Betriebskosten. Da Pumpen oder Batterien fehlen, sind die Geräte robuster als konventionelle Modelle. Weil auch umweltschädliche Kühl- und Schmiermittel entfallen, entsteht kein Sondermüll. Kälte mit Wärme erzeugen: Das sei clever, meinen Deutsche Energie-Agentur sowie World Energy Council und haben Coolar 2018 als Vorreiter der Energiewende mit dem SET Award ausgezeichnet.

 

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2018-10-23T13:12:39+00:00

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60.066706895828 Sec. - - 2018-12-15 04:07:12