Energiewende mit Mikroorganismen

Das Cleantech-Unternehmen Electrochaea nutzt Ur-Bakterien zur Methanproduktion

Das Projekt

Wie kann Sonnen- und Windenergie effizient gespeichert werden? Auf eines der Hauptprobleme der Energiewende gibt es bisher keine sinnvolle und vor allem bezahlbare Antwort. Und genau hier setzt das Cleantech-Unternehmen Electrochaea an – mit einer Lösung die ebenso simpel wie genial scheint.

Das Prinzip

Archaeen, die ältesten Mikroorganismen der Welt, ernähren sich von Wasserstoff und CO2. Daraus produzieren die Bakterien Methan. Genau diesen Mechanismus macht sich das Start-up-Unternehmen zunutze: Während der sogenannten biologischen Methanisierung wird mithilfe von überschüssigem Strom aus Wind und Sonne zunächst über Elektrolyse Wasserstoff hergestellt. In einem schmalen, neun Meter hohen Bioreaktor wird Kohlendioxid hinzugefügt. Gefüllt ist der Reaktor mit Salzwasser, in dem die Archaeen schwimmen und aus beiden Stoffen Biomethan erzeugen. Dieses wiederum kann in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden. Dort ist die Energie jederzeit und an jedem Ort des europaweit verzweigten Netzes zu beziehen.

Die Idee, aus Windenergie Gas zu erzeugen, ist dabei nicht neu. Die biologische Methanisierung ist laut Electrochaea jedoch sehr viel einfacher als die chemische Umwandlung. Dabei werden die beiden Gase mit Hilfe von Katalysatoren dazu gebracht, sich miteinander zu Methan, also synthetischem Erdgas, zu vereinen.

Der Projektstatus

Die mit Abstand größte Power-to-Gas-Anlage der Welt baut Electrochaea derzeit in Ungarn. Sie wird eine Leistung von zehn Megawatt haben. In einer Pilotanlage in der Nähe von Kopenhagen testet das Start-up bereits die neuartige Energiespeicherung. Eine weitere Anlage befindet sich in den USA, Anlagen in der Schweiz und in Ungarn sind in Planung. Bis 2025 will Electrochaea Power-to-Gas-Anlagen mit mehr als 1000 Megawatt Gesamtleistung installieren.

 

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2018-07-26T16:22:56+00:00

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