Vom Acker, der beides kann: Nahrungsmittel und Sonnenenergie erzeugen

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme testet Agrophotovoltaikanlage für landwirtschaftliche Nutzflächen

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Das Projekt

Bislang galt für Ackerflächen: entweder Photovoltaik oder Photosynthese, also Stromerzeugung oder Nahrungsmittelproduktion. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) macht erstmals beides möglich: Auf einer sogenannten Agrophotovoltaik (APV)-Testanlage am Bodensee wurden sowohl Nahrungsmittel als auch Sonnenergie „geerntet“. Ackerflächen lassen sich so ressourceneffizient doppelt nutzen. Dies ermöglicht Landwirten zusätzliche Einkommensquellen.

Die Umsetzung

Das Fraunhofer ISE spielte mit der Höhe, der Ausrichtung und dem Abstand der Solarpanels und baute in Kooperation mit sieben Partnern Kulturpflanzen unter den Modulen an, die mit weniger Sonneneinstrahlung auskommen – Kartoffeln, Weizen, Sellerie und Kleegras. Das Ergebnis: Selbst im schlechtesten Fall lag der Ernteertrag noch bei 80 Prozent eines normalen Anbaus. Die Panels mit einer Leistung von 194 Kilowatt erzeugten überdurchschnittlich viel Solarstrom: Dieser lag insgesamt bei rund 80 Prozent dessen, was eine gleichgroße, ausschließlich mit Solarmodulen bestückte Fläche eingebracht hätte. Beide Erträge zusammen ergeben somit eine Landnutzungseffizienz von rund 160 Prozent.

Der Projektstatus

Auch in drei Pilotanlagen in Chile hat das Fraunhofer ISE die Verbindung von Photovoltaik und landwirtschaftlicher Produktion auf der gleichen Fläche bereits erfolgreich getestet. Ein weiteres Projekt, das erstmals die Kombination von Aquakulturen mit Photovoltaik wissenschaftlich erforscht, läuft derzeit in Vietnam an.

 

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2018-11-09T11:07:11+00:00

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