Vom niederen Lebewesen zum Lebensretter: Wattwürmer als Blutspender

Französisches Biotechnologie-Unternehmen Hemarina meldet Patent an

Die Realität

Blut ist eine kostbare Ware – auch im 21. Jahrhundert. Forschern ist es bis heute nicht gelungen, einen adäquaten Blutersatzstoff zu finden. Doch die Zeit rennt, denn bereits heute brauchen jährlich mehr als 75 Millionen Menschen weltweit eine Blutspende. Ohne Blut kein Sauerstoff, also kein Leben – selbst wenn alle Organe intakt sind! Woher aber soll es kommen – das viele Blut für Patienten mit Blutverlust oder schweren Erkrankungen wie Krebs?

Die Forschung

Franck Zal von Hemarina fand heraus, dass das Hämoglobinmolekül eines Wattwurms dem menschlichen zu circa 95 Prozent ähnelt. Der sogenannte rote Blutfarbstoff ist für den Transport des Sauerstoffs von der Lunge in die Zellen wichtig. Vereinfacht gesagt ist es ein großes Protein, an dem Sauerstoff durch vier Eisenatome gebunden wird. Bei Hemarina züchtet man inzwischen den Wurm und gewinnt das Hämoglobin mittels Lyophilisation, d.h. mittels Gefriertrocknung.

Der Vorteil: Eine chemische Anpassung ist nicht nötig, weil der Blutersatzstoff dem des Menschen so ähnelt. Mit einem entscheidenden Unterschied:  Wattwürmer haben mit Sicherheit kein HIV, Hepatitis oder das Zika-Virus – diese teuren Tests könnten entfallen. Ebenfalls positiv: Der Ersatzstoff könnte gefriergetrocknet ähnlich wie Pulverkaffee oder Küchenkräuter leichter gelagert und transportiert werden.

Der Status

In Zeiten einer überalternden Bevölkerung, bei der sich Krebserkrankungen häufen, könnte die Versorgung mit Blut-Ersatzstoffen verbessert werden. Erster großer Meilenstein: Unter der Nummer EP3008166 wurde Anfang 2018 das Patent an Hemarina erteilt.

 

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2018-07-26T16:16:39+00:00

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