Rissen in Triebwerken auf der Spur

Lufthansa Technik macht die Wartung von Triebwerksbauteilen per Robotik schneller und sicherer

© Lufthansa Technik

Das Problem

Bislang wurden Flugzeugtriebwerke ausschließlich manuell auf Schäden inspiziert. Auch die Reparaturen erfolgten per Hand. Der Arbeitsprozess, um kleinste, mit bloßem Auge kaum erkennbare Risse zu finden und zu beheben, war extrem zeitaufwändig und für die Techniker körperlich mitunter sehr anstrengend. Denn viele Stellen am Bauteil sind nur schwer zugänglich. Lufthansa Technik hat mit „AutoInspect“ und „AutoRep“ zwei robotergestützte Verfahren entwickelt, die die Inspektion und Reparatur von Triebwerksteilen erleichtern und dabei eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten.

Die Technik

Beim „AutoInspect“-Verfahren scannen zwei Roboter mithilfe moderner optischer Messtechnik – der Weißlichtinterferometrie – die Triebwerksteile nach Schäden ab. Dabei wird ein vollständig digitales und hochauflösendes Abbild des Bauteils samt seiner Schäden erstellt. Pro Scan und Messung werden gut 150 Gigabyte generiert. Die Auswertung der Daten erfolgt über intelligente Algorithmen, die mögliche Schäden identifizieren und visualisieren. Auf dieser Basis übernimmt das folgende „AutoRep“-Verfahren teilautomatisiert die erforderlichen Reparaturen. Dabei wird zunächst die betreffende Stelle ausgefräst und anschließend ein exakt passendes „Patch“ eingesetzt. So werden nicht nur die Reparaturen beschleunigt, auch die Produktivität der Wartungsteams steigt – und das bei konstant hoher Qualität.

Der Projektstatus

Das Inspektionsverfahren „AutoInspect“ ist seit 2017 produktionsreif. Es wird zunächst an Brennkammerbauteilen von Triebwerken der CFM56- und CF34-Familie angewendet. In einer weiteren Industriealisierungsphase werden die Algorithmen zur Auswertung der Scandaten verbessert. Zudem ist geplant, das automatisierte Inspektions- sowie das automatisierte Reparaturverfahren in einer Prozesskette zusammenzuführen.

 

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2018-10-16T13:30:44+00:00

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