Chip im Kopf warnt vor epileptischem Anfall

Sigma Medizin-Technik und TU Dresden entwickeln neues Implantat

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Die Herausforderung

Die Angst vor dem nächsten Anfall ist bei Epileptikern groß. Weltweit leidet etwa ein Prozent der Menschen an dieser Erkrankung des zentralen Nervensystems. Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie sind es in Deutschland bis zu 800.000. Eine Entwicklung der SIGMA Medizin-Technik und der Technischen Universität Dresden will Anfälle in Zukunft vorhersagbar machen: Mit einem implantierten Chip, der Betroffenen rechtzeitig Hilfe ermöglicht.

Die Technik

Der nur wenige Millimeter große Chip im Kopf soll Hirnströme messen. Jahrelang wurden dafür in der Grundlagenforschung bioelektrische Vorgänge im Gehirn vor, während und nach einem Anfall analysiert. Die daraus gewonnenen Algorithmen dienen nun zur Entwicklung des Chips. In Zukunft zeichnet er Anfälle nicht nur auf, sondern sagt sie vorher. Die Warnung erhält der Patient frühzeitig auf sein Smartphone und kann einen sicheren Ort aufsuchen oder Medikamente einnehmen. Die Daten werden auch an den behandelnden Arzt übertragen, der seinen Patienten dadurch in akuten Situationen trotz räumlicher Entfernung betreuen kann.

Der Projektstatus

Bis 2021 soll der Prototyp des mobilen Systems für die telemedizinische Überwachung und Behandlung von Epilepsiepatienten entwickelt werden. Das Forschungsprojekt NeuroESP von SIGMA und TU Dresden erhält dafür 1,4 Millionen Euro Fördergelder von der Europäischen Union.

 

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2018-10-16T15:57:49+00:00

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Chip im Kopf warnt vor epileptischem Anfall Sigma Medizin-Technik
4.3791091442108 Sec. - - 2018-12-10 15:11:33